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Hallo NÖ | Tag vier bis Tag acht

Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein, brauchen wir zum Glücklichsein.

Tag 4: Pitten - Schrattenbach

Punkt 6 Uhr. „Guten Morgen“ erklang die tiefe Stimme eines Jägers (oder Försters?!) vorm Zelt. Auch die Sonne blinzelte schon herein. „Mädls, ihr trauts eich owa wos. Hinter eich befindet sich das wahre Wildschweinparadies“ – „Jop des is uns a aufgfoin“.

Uns besuchten die Wildschweine in der Nacht, aber keine Angst, wir haben sie nur gehört. Gott sei Dank haben wir wohl überlegt und vorsorgend unseren Müllsack und unsere Lebensmittel geruchsdicht verpackt und ca. 20m vom Zelt entfernt verstaut. Auch dieser bliebt von den Wildschweinen unberührt.

Nach einem kitschigen Frühstück, als die Sonne gerade hinter dem Wald hervorblitze, machten wir uns auf den Weg in den Ortskern von Pitten. Endlich wieder Wasser und wir konnten den gröbsten Dreck entfernen. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, war die Tatsache, dass der bisher wohl anstrengenste und schlimmste Tag auf uns zukommen würde. Zuerst freuten wir uns noch über einen schönen Waldweg, vorbei an einem wirklich idyllischem Altersheim. Danach startete der Alptraum. Asphalt soweit das Auge reichte und zusätzlich die glühend heiße Mittagssonne. Auch ein spezial-doppeldecker-Käseweckerl konnte die Stimmung nur ganz kurz etwas anheben. Aber endlich sahen wir vor uns den Wald, wir beschleunigten unsere Schritte um möglichst schnell Schutz im Schatten zu finden. Doch im Wald angekommen wurden wir vom Gegenteil belehrt. In Kiefernwäldern ist es nicht kühl. Da drinnen steht die Hitze. Nach ca. einer halbe Stunde im Wald rochen wir es schon. Wenige Schritte später war es die Herkunft klar. Eine Biomüll-Verwertungs-Anlage. Mhmm lecker! Als wäre das nicht genug durften wir die nächste halbe Stunde auch noch entlang der Südbahnstrecke verbringen. Ja der Tag war bisher sooooo toll. #not

Wir gingen weiter durch das nächste Dorf und wurden bei jedem Haus von den Hunden angebellt oder wie Laura sagen würde: ankötzt. Very well welcome, danke!

Unsere Stimmung wurde dann endlich beim Mostbauern aufgeheitert als wir uns eine gemeinsame Brettljause teilten. Jetzt war es auch nicht mehr weit bis zur Johannisbachklamm, welche uns eine erfrischende Abkühlung brachte. Doch nun mussten wir uns mit der Herbergssuche beeilen, denn das nächste Gewitter klopfte schon an die Türe. Danke an dieser Stelle an Mama Moni für die Suche von zu Hause, da wir wieder mal mangels Internet nicht weiter wussten. Wir entschieden uns für ein Zimmer beim Bauernhof in Schrattenbach und wurden auch noch mit frischen Eiern fürs Frühstück überrascht. Als wir ins Bett gingen bitzte und donnerte es schon wie wild. Zum Glück waren wir nicht im Zelt.

Gute Nacht.

Kilometer: 25,9 Höhenmeter: 1030 Gehzeit: 6:35h Schritte: 30557 Wetter: ☀️ Blasen: 6 (alt) + 4 (neu)

Tag 5: Schrattenbach - Edelweißhütte

7:30 und der Wecker läutete. Nach der kurzen Nacht vom Vortag hätte diese gerne noch länger sein können. Aber nichts destotrotz fühlten wir uns um Welten besser, sauberer und fitter als am Tag zuvor. Während Laura sorgfältig ihre Blasen mit Tape abklebte, stelle Julia sich an den Herd und kochte die frischen Eier und vorzüglichen Verival-Porridge. Wieder unsere „7-Sachen“ gepackt und Zähne geputzt ging es weiter Richtung Puchberg am Schneeberg. Unsere Vormittagswanderung zauberte uns beiden ein Lächeln ins Gesicht, denn es ging über saftig grüne Wiesen entlang von dunklen Tannen in Richtung Berge. Der ein und andere Gartenzaunplausch ließ Zeit für einige Trinkpausen. Dabei fiel auf: Die „Nösis“ sind schon ein bisschen redsamer als die Burgenländer. Natürlich stärkten wir uns auch heute wieder mit Gurke, Brot und Cottage-Cheese.

Entlang von Kuhweiden gingen wir in Richtung Wasserfall und plünderten am Weg entlang immer wieder einige Kirschen von den Bäumen entlang des Weges. Am Nachmittag wurden wir immer wieder von Deluxe und ihrem Herrchen eingeholt. Gott sei Dank, denn ohne die beiden hätten wir vermutlich einen großen Umweg zur Hütte genommen.

Bei der Edelweißhütte angekommen erwartete und schon der Hüttenwirt mit seinen zwei Katzen. Endlich konnten wir mit einem kühlen Getränk –Es lebe das Gipfelbier- auf unsere bereits am Vortag geschafften 100km anstoßen. Prost!

Nachdem wir es uns im Schlaflager gemütlich gemacht hatten, stärkten wir uns noch mit einem Linseneintopf und ausgezogenem Apfelstrudel. Auch wenn es kein Kaiserschmarrn war, schmeckte uns das Essen sehr und wir waren überaus zufrieden. Drei männliche Trailrunner hätten sich auch schon sehr über einen Kaiserschmarrn gefreut. „Lieber Hüttenwirt, die Burschen würden sich über eine kleine Speisekarten-Änderung freuen!“

Aber halt: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, vielleicht gibt es ihn ja noch als Überraschung zum Frühstück.

Gute Nacht!

Kilometer: 23,16 Höhenmeter: 1406 Gehzeit: 5:52 Schritte: 31559 Wetter: ☀️ 🌩 Blasen: 6 (alt) + 0 (neu) 💪🏼


Tag 6: Edelweißhütte - Kalte Kuchl

Erste Nacht über 1000m Seehöhe und die erste Nacht in einer Alpenvereinshütte (und auch die teuerste). 7:00 Uhr Tagwache. Wir wurden von unserem Wecker, und nicht wie in der Nacht von der Katze, geweckt. Diesmal hörte auch Laura das wehleidige Miauen des unangemeldeten Besuchers und auch den Wecker. Zum Frühstück gab es Speck mit Ei und drei Frühaufsteher aus dem Tal waren auch mit dabei. Nach langem Gequatsche (um den Regen abzuwarten) packten wir dann schlussendlich unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg Richtung Schwarzau im Gebirge. Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird gatschig und nass. Wir steckten nicht nur mit dem halben Schuh im Schlamm, sondern bewegten auch das ein oder andere Mal unser Sitzfleisch Richtung "Gatschmassen". Zusätzlich mussten wir regelmäßig großen, runden Hindernissen ausweichen, die Kühe hatten Spuren hinterlassen. #kuhflade

Kaum bogen wir vom Schlammfall-Weg in die Forststraße ab, trafen wir auf zwei „fesch-gschampade“ Jäger, wie aus dem Bilderbuch. "Lederhosn, Hemad und Huad stengan erna guad." Nach ein paar Kilometer neben der Bundesstraße, maschierten wir zur Bacherl-Wirtin, um nach Wegtipps zu fragen. Wie soll es Freitag mittags auch sein, das halbe Dorf war bei der Wirtin „Franzi“ versammelt. Die Tipps mussten warten, denn zuerst gab es eine Runde Spritzwein. Auf die Wegfrage hin, wurde eine hitzige Dorfdiskussion gestartet. Diese beendete Straßen-Michl mit den einfachen Worten: „Oiso denen, dad i goa nix glaubn!“ Als die zweite Runde bestellt wurde ergriffen wir erfolgreich die Flucht, andernfalls würden wir vermutlich bis jetzt noch dort sitzen. Die Ortschaft Kalte Kuchl sollte unser nächstes Ziel sein, welches lauf den Dorfbewohnern zwischen 5km und 12km entfernt ist. "Zu Fuß macht diese Streckendifferenz ja eh fast keinen Unterschied." Zirka 11 lange Asphalt-km später kamen wir, mittlerweile nass vom Schweiß, beim Alpengasthof „Kalte Kuchl“ an. „Zwa Moi Matratzenlager, zwa Moi ansa-Menü und amoi Früchteeisbecher bitte!“

Gute Nacht!

Kilometer: 25,86 Höhenmeter: 1874 Gehzeit: 5:55 Schritte: 31229 Wetter: 🌧☁️⛅️💨 Blasen: 5 (alt) + 1 (neu) 



7: Kalte Kuchl - Lehenrotte

Um Punkt 7 Uhr war Tagwache im Matratzenlager des Alpengasthofs. Natürlich ging es sofort in den Wintergarten (inklusive Indoor-Sonnenschirmen) zum Frühstück, denn wir hatten ja die ganze Nacht nichts gegessen. Gestärkt ging es nun ein letztes Mal auf einen der gefühlt 1000 Mariazeller-Wegen, aber die Wegbeschreibung der Wirtin ließ uns wissen, dass wir diesen schon bald verlassen werden. Wir nahmen also bei der ersten Kreuzung die Abzweigung nach Hohenberg und folgten der Forstrstraße bis ins Tal. Unterwegs bebegneten wir einer Kuhherde, die gerade ein Laufstegtraining a la Heidi Klum absolvierte. Bedauerlicherweise mussten wir feststellen, dass Kuh-Sieglinde heute leider kein Foto von uns bekommt, dafür aber ein Video:

Es dauerte nicht lange bis wir auf das nächste Tier gestoßen sind oder besser gesagt, legte er sich uns zu Füßen. „Amoi, Zwamoi, Dreimoi streicheln Bitte! Wuff!“ Bei dreimal ist es nicht geblieben, aber beim 27. Mal sind wir dann wirklich weitergegangen, obwohl er mit seinem Dackelblick versuchte uns den Weg zu versperren.

Durch Hohenberg durch ging es wieder hoch hinauf auf den Türnizer-Höger. Halt Stopp – ein Abschneider - den nehmen wir. So wie es sein sollte trafen wir auf diesem Abschneider eine Gruppe junge, einheimische Wanderer. Da wir bis jetzt noch nicht auf den Mund, sondern nur in den Gatsch gefallen sind kamen wir sofort ins Gespräch und wanderten gemeinsam nach Lehenrotte. Die Frage, ob sie einen geeigneten Platz zum Zelten wissen, entpuppte sich als wahrer Glücksgriff. „Da Papa maht eh grod en Rosn om oidn Sportplotz, do hobts a a Klo!“. Am Sportplatz angekommen, der übrigens zum rosa (oder lachsfarbenen?!) Feuerwehrhaus gehörte, wurden wir schon sehnsüchtigst erwartet. Nach einer kühlen Erfrischung in der Traisen, brach Laura den neuen Rekord des Single-Zeltaufbauens. Zelt aufgebaut, wurde uns schon eine kühler Hopfen-Smoothie in die Hand gedrückt. Dieses Erfrischungsgetränk genossen wir mit Blick auf die Kuhweide von Karl. Ossi, der Dorfstier von Lehenrotte und seine Girls genossen den lauen Sommerabend, so wie wir auch. Es dauerte nicht lange, da kam uns auch schon der Feuerwehrkommandant Christian mit seinem „Hund“ Daisy besuchen. „Und warum mocht ma sowos?“ war einer der ersten Sätze, die wir von Christian zu hören bekamen. Wir erzählten ihm natürlich unsere Story (siehe Blogbeitrag Nr. 1), welcher er interessiert lauschte. „Hund, geMMMa ham?!“ war einer der letzten Sätze und so ging auch der 7. Tag langsam, aber sicher zu ende.

Kilometer: 25,4 Höhenmeter: 2349 Gehzeit: 5:41 Schritte: 33299 Wetter: ☀️⛅️ Blasen: 5 (alt) + 0 (neu) 



Tag 8: Lehenrotte - Luft

Nach einer wirklich kalten Zelt-Nacht wurden wir von einem Ossi-Girl geweckt. „Muuuhhh.“ Alles verstaut, ging es los in Richtung Himmel. Im (oder am?!) Himmel angekommen packten wir unseren Frühstücks-Porridge vorerst nicht aus, da wir von gefühlten 304 Kuhaugen beobachtet wurden. Beim nächsten Bankerl dann. Doch dieses Bankerl kam und kam und kam einfach nicht. Da uns auch an Tag 8 der Gesprächsstoff noch nicht ausging, kamen wir vom rechten Weg ab und standen auf einmal mitten im Wald. Laut Julias Navigationskünsten waren wir eh nur 60 hm unter dem Wanderweg. So kletterten wir auf allen Vieren querwaldein den Waldboden hinauf. Den Weg wiedergefunden, soll es Schicksal sein oder nicht, trafen wir wieder Richis Eltern. „Ihr hobts jetzt owa a gscheit schens Stickl verpasst!“ War ja klar, aber der Wald war wirklich auch sehr schön. Nach einem Stück verließen uns die beiden dann wieder, weil wir den zwei Sportskanonen mit unserem Übergepäck von je 15kg dann doch etwas zu langsam waren. Am Gipfel des Hohensteins angekommen, genossen wir dann endlich unseren wohl verdienten Porridge mit traumhafter Aussicht auf das Mostviertel (auch die restliche Jause wurde sofort verdrückt). Nächstes Ziel: Kirchberg an der Pielach. Nach zweistündigem Abstieg, haben wir uns ein Eis vom Bachinger redlichst verdient. So sois sei.

Einmal noch bergauf ging es über saftig grüne Wiesen und dem Geruch frisch gemähtem Heu in der Nase Richtung Kilb. Auch hier trafen wir wieder zwei motivierte Wanderer, welche gerade am Weg in eine kleine Selbstversorger-Hütte des Bauern waren. Die Einladung auf ein kühles Getränk mussten wir leider dankend absagen, da die Zeit schon sehr fortgeschritten war. Mit deren Wegbeschreibung kamen wir direkt nach Luft, wo dann einem gemütlichen Sonntagabend nichts mehr im Wege stand. Mit einer vorzüglichen, gesunden Jause bei Lotte am Pool und mit einem Sprung ins kalte Nass ließen wir den Abend ausklingen. Spruch zum Sonntag: "Wir miassns uns jo ned unnötig schwa mochn.“

Kilometer: 27,46 Höhenmeter: 2441 Gehzeit: 7:03 Schritte: 38755 Wetter: ☀️☀️☀️ Blasen: 5 (alt) + 1 (neu) 




"He July, gemmma weida?!" - "geMMMa"

#geMMMa #vonganzuntennachganzoben #wirgenganzfuaß

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